Piraten auf den Stimmzettel
Bei der letzten Europawahl haben über 10% der Wähler eine der Parteien gewählt, die die 5%-Hürde verfehlt haben und daher gemeinhin im grauen “Sonstige”-Balken der Wahlergebnisgrafiken landen. Eine dieser “Sonstigen” ist die Piratenpartei, welche immerhin 0,9% der Stimmen bekam. Diese wurde 2006 gegründet und tritt ein für die Freiheit im Netz, für mehr informationelle Selbstbestimmung, Open Access, sowie für ein liberaleres Urheber- und Patentrecht. Kurzum: Für die Generation Internet. Einige sehen in ihr schon die neuen Grünen.
Doch auch wenn sie mit ihren knapp 230.000 Wählerstimmen Platz 11 unter allen teilnehmenden Parteien belegt, benötigt sie doch noch Unterschriften, um zur Bundestagswahl zugelassen zu werden. Genau dafür möchte ich an dieser Stelle werben. Auch wenn du deine Stimme nicht unbedingt den Piraten geben willst, ist es vielleicht in deinem Interesse dir und anderen die Wahl zu ermöglichen.

14 Kommentare Einen eigenen Kommentar hinzufügen
Darf ich mal ganz blöd fragen, wie eine Partei 10% der Stimmen kriegt und dann die 5%-Hürde nicht schafft???
am 17. Juni 2009 um 18:46 Uhr
Ganz einfach, weil Thomas komisch formuliert, aber eigentlich ganz richtig sagt: 10% andere kamen dabei heraus, die alle keine 5% haben. Eine, die bei den 10% mit dabei war – die Piraten.
am 18. Juni 2009 um 10:59 Uhr
In der Tat war das von mir etwas komisch formuliert. Ich habe mal versucht es durch minimale Änderungen deutlicher zu machen.
am 18. Juni 2009 um 17:50 Uhr
Dankeschön. Jetzt hab ich das auch gecheckt. :)
am 18. Juni 2009 um 22:59 Uhr
Gibt es schon neuere Zahlen?
am 15. Juli 2009 um 09:33 Uhr
Ja, die aktuellen Zahlen findest du hier: http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009
Dem aktuellen Stand nach treten die Piraten in allen alten Bundesländern an. Lediglich im Saarland fehlen noch gut 80 Unterschriften. Im Osten hingegen siehts trübe aus: In Sachsen ist der Zug schon abgefahren, in Sachsen–Anhalt fehlen noch gut 80 Stimmen, in Thüringen und Meck-Pomm noch jeweils rund 200. Besonders eng wirds in Brandenburg, wo noch 430 Stimmen fehlen. Lediglich in Berlin ist die Teilnahme schon sicher.
am 16. Juli 2009 um 14:53 Uhr
Da es bei der Landtagswahl in Brandenburg keine Piratenpartei gibt, sollten alle brandenburger Piraten bei der LANDTAGSWAHL Grün wählen.
Wenn die Piraten schon die “neuen Grünen” sind…
Bei den Piratenthemen gibt es schließlich eine ziemliche Nähe zu Grüns und es wäre schade, wenn diese Themen wg. 5%-Hürde wieder nicht im Landtag vertreten wären.
Bei der Bundestagswahl muss sich jeder/jede überlegen, ob er/sie nicht bei der 5%-Hürde im Endeffekt mit einer Piratenstimme schwarz-gelb in den Sattel hilft. Sicher eine schwierige Abwägung.
am 20. September 2009 um 10:23 Uhr
Da muss ich dir leider widersprechen. Was Bürgerrechte angeht sind die Grünen leider auf dem Rückzug. Bei der Abstimmung zu den Netzsperren haben sich 15 der 48 anwesenden Grünen der Stimme enthalten. Meine Wahlempfehlung lautet daher FDP, da diese sich geschlossen gegen die Netzsperren ausgesprochen haben. Eine andere Frage in Sachen Bürgerrecht, die eher für die FDP als für die Grünen spricht, ist der Umgang mit den Erben der untergegangenen SED-Diktatur.
am 20. September 2009 um 12:45 Uhr
Na immerhin haben sie nicht zugestimmt, könnte man ja sagen. Meine persönliche Meinung wäre da aber auch eher eine klare Ablehnung gewesen.
Und die FDP koaliert in Sachsen auch gerade mit einer Ex-Blockflöte. Es war ja nicht nur dort SED drin, wo auch SED drauf stand. Von den Grünen gab’s immerhin eine klare Ansage in Richtung Ramelow und für Kerstin Kaiser sehe ich das ähnlich.
am 21. September 2009 um 14:24 Uhr
Was die Grünen in Thüringen angeht, sollte man wohl besser noch abwarten, bevor man ein Urteil fällt.
Mir gefällt nebenbeigesagt diese Blockflöten-Diskussion nicht. In der Tat war auch in Ost-CDU und LDPD viel SED drin. Aber es waren auch viele Leute gerade deshalb in einer Blockpartei, um nicht der SED angehören zu müssen. Ferner ist es ein Unterschied, ob man mit ein paar wenigen Blockflöten koaliert oder mit der SED-Nachfolgepartei. Aber gut, das ist meine Meinung.
Im Kern bleibe ich bei meiner Meinung. Die maximalen Bürgerrechte bekommt man mit den Piraten. Und wenn wes denn eine im Bundestag vertretene Partei sein soll, dann wohl am besten die FDP.
P.S.: Nette Seite hast du da Heiner, die werd ich mal im Auge behalten.
am 21. September 2009 um 18:19 Uhr
Danke für die Blumen. Leider langt manchmal die Zeit nicht, öfter mal was zu schreiben.
Übrigens habe ich gerade im Fernsehen gelernt, dass der FDP-Spitzenkandidat früher SED-Mitglied war. Aber das nur nebenbei.
am 22. September 2009 um 20:27 Uhr
Oh, das war auch mir neu. Welchen Kandidaten meinst du genau? (Bundestagswahl/Landtagswahl, Welcher WK?)
am 24. September 2009 um 07:28 Uhr
Hans-Peter Goetz, FDP-Spitzenkandidat zur Landtagswahl
am 24. September 2009 um 19:20 Uhr
Gut zu wissen, auch wenn es nicht der Spitzenkandidat in meinem Bundesland ist (mein WK trägt die Nummer 76).
am 25. September 2009 um 21:24 Uhr
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