Im Kleinen wie im Großen
Morgen wäre Jürgen Fuchs 58 Jahre alt geworden. Der DDR-Bürgerrechtler und Schriftsteller starb im Mai 1999 an einer Krankheit, von der er sicher war, dass sie nicht gottgewollt, sondern menschgemacht war. Die auffällige Häufung von Krebsfällen bei DDR-Dissidenten und MfS-Dokumente über die Wirkung radioaktiver Strahlung legt den Verdacht nahe, dass Fuchs systematisch von der Stasi verstrahlt wurde.
Zu Ehren des Schriftstellers benannten die Stadt Erfurt und der thüringerischer Landtag 2002 die Straße vor dem Landtagsgebäude – der gleichzeitig Sitz der Landtagsfraktionen ist – in “Jürgen-Fuchs-Straße” um.
Allerdings weigert sich die Linkspartei als einzige Fraktion, die neue Adresse in ihre Briefköpfe zu übernehmen. Sie verwendet stattdessen die Anschrift des Nebeneingangs in der Arnstädter Straße, weil dieser dem Fraktionssitz näher sei. Für den CDU-Landtagsabgeordneten Michael Panse ist dies nur ein weiterer Beleg dafür, dass die SED-Nachfolgepartei noch immer nicht mit ihrer Vergangenheit gebrochen hat.
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