Ein Ausstieg, der keiner ist
Als Wolfgang Clement am 25. November – nur einen Tag nach der Rüge durch die Bundesschiedskommission der SPD – aus seiner Partei austrat, war klar, dass er sich auch weiterhin zu Wort melden würde. Dies hat er nun gleich zweimal auf lesenswerte Weise getan.
Zum einen lohnt es sich, sich das dem Politmagazin Cicero gegebene Interview zu seinem Austritt zu lesen, welches die Spekulationen über die Gründung einer sozialliberalen Partei neu befeuert.
Zum anderen hat Clement in seinem jüngsten Kommentar in der Welt die Zustimmung Münteferings zu rot-roten Koalitionen auf Landesebene scharf kritisiert. Es sei der SPD mit ihrer freiheitlich demokratischen Tradition unwürdig, gemeinsame Sache mit den SED-Erben zu machen. Dies sei insbesondere ein Schlag ins Gesicht all jener Genossen, die unter der Zwangsvereinigung mit der KPD gelitten und unter erschwerten Bedingungen die Ost-SPD aufgebaut hätten.
Nun mag man zu Clement stehen wie man will, aber beide Wortmeldungen belegen zumindest eins: Das in der SPD von heute wirklich kein Platz mehr für einen wie ihn ist. Ein Ausstieg aus der Politik bedeutet das jedoch nicht.
