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Thomas am 25. September 2009 um 11:10 Uhr |
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Ähnlich wie in Thüringen stürmen auch in Brandenburg die Spitzel der untergegangenen SED-Diktatur über die Listen der Linkspartei den Brandenburger Landtag.
An ihrer Spitze steht Kerstin Kaiser. Als IM „Kathrin“ denunzierte sie Kommilitonen und teilte dem MfS mit, wer „sexuell stark bedürftig“ sei. Selbst als das MfS die Zusammenarbeit mit ihr beenden wollte, bat sie freiwillig darum, „nicht auf ein totes Gleis gestellt zu werden“. Heute bezeichnet sie dies als Jugendsünde. Schon 1994 wäre sie beinahe in den Bundestag eingezogen, musste jedoch nach öffentlichem Druck auf Grund ihrer Stasi-Vergangenheit zurücktreten.1
Auch der innenpolitische Sprecher der Fraktion Hans-Jürgen Scharfenberg hat während seiner Assistenztätigkeit an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam als IM „Hans-Jürgen“ Kollegen im Auftrag der Stasi bespitzelt. Er kandidiert im Wahlkreis 22 und soll im Falle eines Wahlsieges der Linken Innenminister werden.2
Ebenso war die Kandidatin im Wahlkreis 7, Ursel Degner für das MfS tätig. Als IM „Christiane“ hat sie für das MfS Kommilitonen aus ihrem Wohnheim bespitzelt.3
Auch Axel Henschke, alias IM „Ingolf Köhler“ bewirbt sich um ein Landtagsmandat im Wahlkreis 35. Neben seiner inoffiziellen Tätigkeit für die Stasi war er als Soldat im Wachregiment „Felix Dzierzynski“ auch für die Bewachung politischer Häftlinge verantwortlich.4
Hinweise auf eine Spitzeltätigkeit für das MfS bestehen auch im Fall von Joachim Pfützner. Von seiner Person liegen bei der Birthlerbehörde handschriftliche Berichte und Quittungen unter dem Decknamen IM „Meyer“ vor. Eine unterschriebene Verpflichtungserklärung fehlt indes. Er startet für die Linke im Wahlkreis 37.5
Update: Möglicherweise erweitert sich die Runde um einen weiteren Kandidaten. Nach Berichten des Focus liegt auch vom kulturpolitischen Sprecher der Linkspartei, Gerd-Rüdiger Hoffmann eine handschriftliche Verpflichtungserklärung, sowie Spitzelberichte über Mitschüler, Lehrer und Kirchenveranstaltungen vor. Als IM „Schwalbe“ habe dieser Mitschüler, Lehrer und Gemeindemitglieder bespitzelt.6
Update 2: Auch im Fall der Landtagsvizepräsidentin Gerlinde Stobrawa besteht dringender Stasi-Verdacht. Sie soll seit September 1987 als IM „Marisa“ für das MfS tätig gewesen sein. Eine unterschriebene Verpflichtungserklärung fehlt jedoch in den von der BStU freigegebenen Akten.7
Update 3: Und noch eine Stasi-Enthüllung: Renate Adolph, verbraucherschutzpolitische Sprecherin ihrer Partei war für die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit tätig. Mit ihrem Geständnis kam sie einer drohenden Enttarnung zuvor.8
Update 4: Das Schmierentheater findet kein Ende. Zu den zahlreichen Inoffiziellen gesellt sich nun ein weiterer Hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter. Der landwirtschaftspolitische Sprecher Michael Egidius Luthardt war zwischen Oktober 1977 und Oktober 1980 beim Stasi-Wachregiment “Feliks Dzierzynski” tätig.9
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1 Vgl. Wikipedia: Kerstin Kaiser, eingesehen am 25. September 2009, 10:44 Uhr.
2 Vgl. Wikipedia: Hans-Jürgen Scharfenberg, eingesehen am 25. September 2009, 10:45 Uhr.
3 Vgl. Lutz, Martin/Müller, Uwe: Stasi-Spitzel drängen für Linke in die Parlamente, auf Welt Online eingesehen am 25. September 2009, 10:51 Uhr.
4 Vgl. ebd.
5 Vgl. ebd.
6 Vgl. Focus Online: Linke-Politiker: Hoffmann unterschrieb Stasi-Verpflichtungserklärung, eingesehen am 20. November 2009, 18:19 Uhr.
7 Vgl. Wikipedia: Gerlinde Stobrawa, eingesehen am 27. November 2009, 18:25 Uhr.
8 Vgl. Wikipedia: Renate Adolph, eingesehen am 30. November 2009, 20:25 Uhr.
9 Vgl. Wikipedia: Michael Egidius Luthardt, eingesehen am 3. Dezember 2009, 20:37 Uhr.